GR 18.05.2011, Vorlage 85/2011

Dr. Joachim Dinkelacker
Mit der jetzt ausgearbeiteten Vorlage 85 folgt die Stadtverwaltung dem Anliegen der Freien Wähler, ich sage: nach zähem Ringen seit November 2010, bei dem wir auch Unterstützung von Seiten der SPD erhielten.

Da aus Einsparzwängen heraus über die Schließung der weniger frequentierten Stadtteilbüchereien Scharnhausen und Ruit diskutiert werden muss, zeigt die Verwaltung jetzt schließlich doch erfreulicherweise mögliche Alternativen auf.

Ein Weiterbetrieb der beiden Zweigstellen durch ehrenamtliches Engagement erscheint möglich. Zwar hat die Verwaltung mit ihren Vorgaben ziemlich hohe Hürden aufgestellt

– völlige Loslösung der Zweigstellen von der Stadtbücherei und Gründung eines Fördervereins –,

dennoch scheinen sich interessierte Bürger für den Weiterbetrieb dieser Büchereien zu finden, wie ein drittes Treffen am 4.Mai in Nellingen gezeigt hat. Bei diesem konnte der Vorsitzende des Fördervereins der Büchereien Musberg und Stetten durch seine Informationen manche Ängste abbauen. Diese beiden Büchereien werden ebenfalls aus Sparzwängen heraus ehrenamtlich geführt.

Eine Kritik an den vorangegangenen beiden Treffen von Interessierten im April in Ruit und Scharnhausen kann ich der Verwaltung nicht ersparen: mit den nach meiner Auffassung von Beginn der Treffen an hart herausgestellten Forderungen – Gründung eines Fördervereins und völlige Abtrennung von der städtischen Bücherei – waren die meisten Besucher zunächst verstört und wie vor den Kopf gestoßen. Hätte man da bereits positive Erfahrungen durch einen Vertreter aus Musberg und Stetten berichten lassen, wäre sicher eine günstigere Stimmung entstanden. Das hätte die Verwaltung eleganter gestalten können. Das Argument, dass man erst hätte sehen müssen, ob überhaupt ein Interesse bestünde, bevor man von dort jemanden einläd, kann ich nicht gelten lassen. Aber sei’s `drum.

Ich möchte hier auch noch einmal darauf hinweisen, dass ein Weiterbetrieb der beiden Büchereien Scharnhausen und Ruit nach Meinung der Freien Wähler in aller erster Linie dazu dienen soll, Grundschülern der Klassen 1 bis 4 und auch Kindergartenkindern den Zugang zum Buch und anderen Medien zu eröffnen und zu erhalten, da diese Altersgruppe ja noch nicht so mobil ist und sich dadurch nicht in die noch verbleibenden städtischen Büchereien begeben kann. Es sei denn, Taxi Mama oder Papa fährt sie irgendwo hin.

Zum Beschlussantrag:

Wir fordern getrennte Abstimmung über Punkt 2.

Einer Erweiterung der Öffnungszeiten der Zweigstelle Scharnhauser Park stimmen wir nicht zu. Der Gemeinderat und die Stadtverwaltung sind im April 2010 angetreten, Kosten einzusparen. Dem muss jetzt auch hier Rechnung getragen werden ! Eine um 3 Stunden erweiterte Öffnung der Zentrale in Nellingen können wir im Hinblick auf den Ganztagesschulbetrieb mittragen.

Im Punkt 3 des Beschlussantrags möchten wir als vorletzten Satz eingefügt haben. „Die Stadtverwaltung sagt hier ausdrücklich ihre Unterstützung zu.“

Und im Punkt 4 soll eine Frist bis zum 31.12.2011 genannt werden, so dass es dort dann im ersten Halbsatz heißt:

„Kommt eine Gründung eines Fördervereins zum eigenständigen ehrenamtlichen Betrieb der Stadtteilbüchereien Ruit und Scharnhausen nicht bis zum 31.12.2011 zustande, wird …“

Eine Erweiterung der Medieneinheiten im Scharnhauser Park auf 16.000, wie auf Seite 5 der Vorlage ausgeführt, lehnen wir aus Kostengründen zum jetzigen Zeitpunkt ab.

Nochmals zum Förderverein:

Wenn sich aus der Bürgerschaft vorerst niemand als 1. Vorsitzenden finden lassen sollte, wäre es doch ein schöner Zug der Bürgernähe, wenn sich aus den Reihen der Stadtverwaltung jemand bereit erklären würde, für dieses Amt wenigstens in der Anlaufphase zur Verfügung zu stehen. Wenn diese Person auch noch über Wissen aus der Bücherei verfügte, wäre das schon nahezu ideal.

Für die Fraktion:
Dr. Joachim Dinkelacker

Theo Hartmann
Fraktionsvorsitzender


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