Vorlage 182, GR 14.12.2011

Dr. J. Dinkelacker

Im März 2011 haben wir Freien Wähler den von uns gewünschten ehrenamtlichen Weiterbetrieb der Stadtteilbüchereien in Ruit und Scharnhausen als „ehrgeizige Aufgabe“ bezeichnet und können heute feststellen, dass wir auf unsere Mitbürger stolz sein können:

der Weiterbestand der beiden Büchereien kann durch die Anstrengungen unserer Bürger jetzt wohl als gesichert gelten. Der formale Schritt zur Gründung eines gemeinsamen Fördervereins für beide Bibliotheken kann auf den Weg gebracht werden, wenn der Gemeinderat heute einen positiven Beschluss zur Vorlage 182 fasst.

Wir bedanken uns bei den in die Bresche gesprungenen Bürgern im Namen der Gemeinderatsmehrheit für dieses vorbildliche Engagement für die Lesekultur in unserer Stadt. Auch möchten wir die Mitarbeit der Stadtverwaltung zum schließlichen Gelingen nicht unerwähnt lassen.

Die beiden Büchereien sollen aus bekannten Gründen als Zielgruppe Kinder bis zum Ende der Grundschulalters haben, können aber je nach Vorstellungen der ehrenamtlichen Betreiber durchaus auch einen gewissen Bestand an Büchern und Zeitschriften für Erwachsene weiter pflegen.

Für die Scharnhäuser freut es uns Freie Wähler ganz besonders, dass die Bücherei in den bisherigen sehr schönen Räumen in der Ortsmitte bleiben können und so zusammen mit dem Treffpunkt im selben Hause einen Ort des Zusammentreffens von jung und alt darstellen. Öffentliches Leben in der Ortsmitte braucht es für einen lebendigen Ortskern!

Die von den zukünftigen Betreibern in Ruit angedachte Möglichkeit eines „Orts der Begegnung“ ist eine wunderbare Idee. Man muss allerdings die Begrenztheit der vorhandenen Räumlichkeit bedenken und größere städtische Finanzmittel für Umbauten können nicht in Aussicht gestellt werden.


Überhaupt zu den Finanzen
:

In der Klausur im April 2010 wurden allerlei Sparszenarien angesprochen, unter anderem auch Einsparungen bei den Büchereien. Die Schließung der beiden Stadtteilbüchereien in Ruit und Scharnhausen in städtischer Trägerschaft sind eine Folge dieser Beratungen.

Die in der Vorlage dargestellten rechnerischen Mietkosten sind sog. „Sowiesokosten“, solange die Räume in städtischem Eigentum verbleiben und nicht anderweitig vermietet werden können – was schwer sein dürfte. Wenn man dies berücksichtigt, so bleiben für den ehrenamtlichen Weiterbetrieb lediglich jährlich 13.800 € Kosten zusammen für beide Standorte.

Ich zitiere hier noch einmal unseren Oberbürgermeister mit seiner Äußerung in der ersten Versammlung mit der Bürgerschaft zum Thema Büchereizweigstellenschließung im Nov. 2010 in Scharnhausen. Die Frage einer Bürgerin war, was die Stadtkasse bei den Kosten der beiden Büchereizweigstellen mehr drücke, ob die Raumkosten oder die Personalkosten. Darauf die Antwort: „ Die Personalkosten“.


Und die entstehen bei der jetzt vorliegenden Lösung nicht mehr!

Wir Freien Wähler stimmen beiden Punkten des Beschlussantrags zu.

Und abschließend noch eine Bitte an die Bevölkerung:

Noch bei der Mithilfe zum ehrenamtlichen Büchereibetrieb zögernde Mitbürgerinnen und Mitbürger möchten wir Freien Wähler motivieren, sich hier zu engagieren. Wenn wir unsere Kinder weiter für das wichtige Medium BUCH interessieren können, ist das die Mühe wert!

Für die Fraktion:
Dr. J. Dinkelacker


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