Corina Raisch – GR 24.07.2013, Vorlage 133

Im Sinne unseres Investitionsschwerpunkt beim Ausbau der Kinderbetreuung war es für uns eine konsequente Entscheidung, als wir im Mai der Aufnahme des Waldorfkindergartens ‚Schneeweißchen’ in die städtische Kindergartenbedarfsplanung zugestimmt haben. Wir freuen uns nicht nur über die zusätzlichen Betreuungsplätze, sondern begrüßen auch die somit gegebene Wahlfreiheit für unsere Eltern entsprechend unterschiedlicher Betreuungs- und Pädagogikkonzepten und die bisherigen Anmeldungen zeigen, dass die Kinder nicht nur aus Kemnat kommen, sondern offensichtlich ein großes Interesse von Eltern aus ganz Ostfildern an der Waldorfpädagogik besteht.

Im Märchen ‚Schneeweißchen und Rosenrot’, wovon sich der Name des Vereins ableitet, geht es bekanntlich um große Schätze, um Gold und einen Haufen Edelsteine.

Ganz in diesem Sinne folgt nun auch bei uns heute der ideellen Zustimmung die finanzielle Unterstützung – wir haben keine Edelsteine zu verteilen, dafür einen einmaligen Baukostenzuschuss in Höhe von rund € 84.000 und einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von rund € 109.000. Der Betriebskostenzuschuss setzt sich aus den 63% der Gesamtbetriebsausgaben sowie dem Fehlbetrag zur kostendeckenden Kindergartengebühr zusammen.

Da es sich um eine neue Einrichtung ohne Erfahrungswerte in punkto Elternbeiträgen handelt, wurde hier für eine Kostenplanung eine fiktive Gebühr von rund € 100 pro Kind im Monat zugrunde gelegt, bei 22 Kindern ergäbe dies eine jährliche Einnahme von € 26.400 an Elterngebühren. Um eine tatsächliche Kostendeckung zu erreichen, müsste eine Elterngebühr von € 190 Kind/Monat erhoben werden.

Nun gibt es im Märchen den gierigen Zwerg und man könnte sich aus Sicht der Stadt schon verleiten lassen darüber nachzudenken, warum man sich nicht so verhalten möchte. Es handelt sich um einen privaten Träger, die Eltern entscheiden sich bewusst für ein solches Konzept und wissen, dass in einer privaten Kindergarteneinrichtung in der Regel mehr zeitliches und finanzielles Engagement üblich sind.

Die bisherige Praxis in Ostfildern ist jedoch so, dass wir bei der privaten Einrichtung ‚MiniMax’ und bei der neu entstehenden Einrichtung ‚Seepferdchen’ die Forderung zugrunde gelegt haben, dass die nach Einkommen gestaffelte städtische Kindergartengebührensatzung angewendet werden muss, um eine Gleichstellung der Kindergartengebühren für alle Eltern in Ostfildern zu gewährleisten.

Man darf anmerken: Zulasten der Stadt, denn es handelt sich um eine reine Freiwilligkeitsleistung im sozialen Bereich und ein jährlicher Zuschuss zu den fehlenden Elternbeträgen von rund € 24.000 ist nicht wenig angesichts der vielen Aufgaben, welche die Stadt in naher Zukunft noch bewältigen muss. Aber da wir uns nicht als gierigen Zwerg sehen (welcher am Ende seine Gier mit dem Leben bezahlt), sondern die soziale Gerechtigkeit eines einheitlichen Beitragsmodell für kirchliche und städtische Einrichtungen und den privaten Trägern begrüßen, unterstützen wir diese Freiwilligkeitsleistung. Sie ermöglicht einem privaten Träger überhaupt erst den Betriebsstart.

Wir dürfen gespannt abwarten, wie sich die tatsächliche finanzielle Situation des Vereins nächstes Jahr darstellt und wünschen ‚Schneeweißchen’ einen guten Start – im Märchen wird sie ja von einem Schutzengel begleitet, vielleicht meint es dieser auch mit der Stadt Ostfildern ganz gut…

Die Freien Wähler stimmen der Vorlage zu.

Für die Fraktion: Corina Raisch

 


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