Dr. Joachim Dinkelacker – GR 09.12.2015, Vorlage 179

Die Verwaltung stellt mit dieser Vorlage Szenarien zur Gewerbegebietsentwicklung in Kemnat vor. Dem Gemeinderat wird eine „Aufwertung des öffentlichen Straßenraums“ vorgeschlagen, die zu einer „Aufwertung“ des Gewerbegebiets führen soll. Ein großer Wurf ist diese Vorlage nicht.

Eine Verschmälerung des Straßenraums auf das Mindestmaß für Gewerbegebiete weckt nachdenklich machende Erinnerung an die Gewerbegebiets-Zufahrt von der Sillenbucher Straße her, als diese nach der Fertigstellung erst einmal so verbreitert werden musste, dass LKWs im Begegnungsverkehr nicht mehr gezwungen waren, in die Grünstreifen auszuweichen.

Auch damals hieß es von der Verwaltung, die ursprünglich geplante Straßenbreite sei ausreichend. Wir sollten also froh sein, dass die Zeppelinstraße von den Altvorderen vorausschauend breiter angelegt wurde, und jetzt nicht über eine Verschmälerung nachdenken! Rangierende Lastzüge danken uns dies garantiert.

Eine Reduzierung von öffentlichen Parkplätzen am Straßenrand durch neue Baumplanzungen zur Gestaltung der Straßenräume und um die städtebauliche Situation zu „ordnen“ (wie es in der Vorlage heißt), zielt an den Bedürfnissen der dort Arbeitenden vorbei. Jeder weggenommene Parkraum fehlt!

Eine Beschränkung heute bestehender Zufahrtsbreiten zu einzelnen Firmen steht im Konflikt mit den Interessen der Gewerbetreibenden.

Wir Freien Wähler sind der Meinung, diese Planüberlegungen nicht weiter zu verfolgen, mit zwei Ausnahmen:

  1. Die Möglichkeiten zur Verbesserung der Internetgeschwindigkeit müssen zielstrebig weiter verfolgt werden, denn dies ist ein Qualitätsstandard, der für Firmen heute unerlässlich ist.
  2. Schon in der Vorlage 31 von 2014 wird zur Verbesserung des ÖPNVs auf die Notwendigkeit einer Vertaktung der Buslinie 131 mit der Stadtbahn hingewiesen; wir haben dies in der Haushaltsrede erneut angesprochen. Hier erwarten wir zeitnah eine Initiative der Stadtverwaltung, denn eine attraktivere Anbindung an den ÖPNV wäre eine echte Aufwertung für die dort Arbeitenden.

Von der Vorlage soll heute nur Kenntnis genommen werden. Unsere Meinung dazu haben ich geäußert.

Für die Fraktion:
Dr. Joachim Dinkelacker


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