Dr. Joachim Dinkelacker – GR 25.07.2018, Vorlage 89

Schon in der Stellenanzeige der Stadt vor 18 Jahren wird erwähnt, dass sich die Treffpunkte neben den Älteren auch zu Treffpunkten für „alle Menschen“ wandeln sollen. Leider ist es in all den Jahren nicht gelungen, diesen Gedanken in die breite und insbesondere jüngere Öffentlichkeit zu tragen. Man darf hinterfragen, woran das liegt.

Unsere Treffpunkte sind insbesondere auch durch die angebotenen Mittagstische und die vielen ehrenamtlich Mitarbeitenden wichtige Einrichtungen für soziale Kontakte unter unseren älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern und dienen bei manchen Besuchern ganz nebenbei auch der Strukturierung des Tages. Diese wichtigen Funktionen gilt es auf jeden Fall zu erhalten. Wenn die Treffpunkt-Kochteams nicht mehr genügend ehrenamtliche Mitarbeitende finden, sollte man in jedem Fall darüber nachdenken, Essen liefern zu lassen. Die Mittagstische müssen erhalten bleiben, dürfen aber nicht zu viel Arbeitszeit der Treffpunktleitung in Anspruch nehmen. Hier muss organisatorisch eine andere Lösung gefunden werden.

Damit aber kontinuierlich „Leben“ in den Treffpunkten bleibt, ist es unerlässlich, nachfolgende Generationen in die Treffpunktarbeit einzubeziehen und in der Ausstrahlung in den Stadtteil   für Jüngere und Junggebliebene attraktiv zu werden. Dies ist weiterhin die Aufgabe der künftigen Treffpunktleitungen. In der Vorlage wird zu Recht von  „Brückenbauern“ für den Zugang gesprochen. Hier könnte man auch über eine intensivere Zusammenarbeit z.B. mit Vereinen oder anderen Institutionen nachdenken, wenn man z.B. an ZUMBA-Kurse o.ä. denkt. Ein von manchen gewünschtes „Familienzentrum“ würde die Ausrichtung auf Senioren oder Alleinerziehende zu kurz kommen lassen.

Damit sich alle Bürgerinnen und Bürger angesprochen fühlen, kann sich unsere Fraktion als künftigen Namen für die Einrichtungen eher „Stadtteiltreff“ vorstellen.

Die Ansiedlung der Treffpunkte unter dem Dach der Volkshochschule halten wir Freien Wähler für sinnvoll und zukunftsfähig, da sich bei den Programmen und Projekten Synergieeffekte erzielen lassen. Und schließlich gilt es auch zu bedenken, dass hier finanzielle Auswirkungen auf den Haushalt zukommen, wir uns aber im Bereich der Freiwilligkeitsleistungen bewegen. Das darf nicht aus den Augen verloren werden. Wenn sich jetzt schon mögliche Personalkostenerhöhungen für eine Stelle von bis zu 10.000 €/Jahr abzeichnen (die Weitergewährung der Zuschüsse des Altenhilfevereins und der Gradmannstiftung vorausgesetzt) und mancher Orts schon von neuen eigenen Budgets der Treffpunkte gesprochen wird, wird man hellhörig.

Bei aller Anerkennung für die bisher geleistete Arbeit in den Treffpunkten muss eine Weiterentwicklung zu „Stadtteiltreffs“ in einem finanziell vertretbaren Rahmen bleiben.

Für die Fraktion:
Dr. Joachim Dinkelacker

 


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