Corina Raisch – GR 14.11.2018, Vorlage 135 / 2018 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Ideenwettbewerb hat uns eindrücklich gezeigt, welche städtebaulichen Möglichkeiten sich auf diesem Areal Nellingen-West ergeben könnten. Dass wir Freien Wähler eigentlich nur das bestehende, teilweise bereits bebaute Dreieck zwischen dem Häuserweg und der Kreuzbrunnenstraße entwickeln wollten, sei an dieser Stelle auch erwähnt. Eine komplette Bebauung bis zur Stadtbahn wie von der Verwaltung jetzt vorgeschlagen, war nicht in unserem Sinne. Natürlich gibt es für diesen Plan nachvollziehbare Gründe – eine direkte Anbindung an die  Schiene bietet sich an und der Ruf nach bezahlbarem Wohnraum ist auch in unserer Stadt groß.

Dennoch gilt es im Hinblick auf die Folgewirkungen etwas genauer hinzuschauen.

Wir haben daher bereits bei der Haushaltsrede für 2018 und erneut im Frühjahr in einem Antrag nach den Folgen für die Infrastruktur gefragt, also ganz konkret:

Wie wirkt sich ein neues Wohngebiet mit rund 1000 neuen Einwohnern auf die Infrastruktur unserer Stadt, besonders auf Nellingen, aus – wir haben auch heute in unserer Haushaltsrede erneut darauf hingewiesen.

Städte wachsen schneller als ihre Verkehrssysteme – wollen wir das? Wir erleben aktuell die Auswirkungen einer nur temporären Sperrung der Körschtalbrücke, wir werden die verkehrsbedingten Probleme beim Umbau der Hindenburgstraße extrem zu spüren bekommen und selbst jetzt im normalen Alltag sind unsere Anwohner und Verkehrsteilnehmer (Fußgänger wie Autofahrer) vom täglichen Verkehrsaufkommen geplagt.

Kann unsere Verkehrsinfrastruktur mit diesen Entwicklungen Schritt halten?

Ebenso die Situation bei der Kinderbetreuung und im Schulcampus. Knappe oder fehlende Kinderbetreuungsplätze, die Schulen platzen aus allen Nähten, die Anmeldezahlen und die zusätzlich benötigten Unterrichtsräume bedingen für die nächsten Jahre ein Improvisieren im gesamten Schulcampus.

Wie viel Wachstum verträgt unsere Stadt, ohne die Lebensqualität zu mindern?

Bevor die jetzt anstehenden brennenden Probleme nicht gelöst sind, besteht aus unserer Sicht zum aktuellen Zeitpunkt keine Notwendigkeit, hier Energie, Zeit und Kosten in die weitere Bearbeitung der Pläne zu investieren. Es ist gut, dass wir diesen Entwurf haben, aber wir möchten ihn auf dem jetzigen Stand einfrieren, warten auf die angefragten Antworten der Verwaltung und werden dann zu gegebener Zeit darüber entscheiden.

Deshalb auch hier nochmals der Hinweis, dass bereits im Jahr 2019 erste Schritte zum neuen Flächennutzungsplan unternommen werden müssen.

Daher lehnen wir diese Vorlage ab.

Für die Fraktion: Corina Raisch


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