Corina Raisch – GR 26.06.2019, Vorlage 076 / 2019

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen,

was sich in den letzten Wochen und Monaten in der Kita Herzog-Carl Straße des privaten Trägers Denkmit entwickelt hat, war und ist wahrlich ein Drama für alle Beteiligten: in erster Linie für die Kinder, dann für die Eltern aber auch für die Erzieherinnen. Die Gründe sind vielfältig und brauchen  jetzt nicht weiter diskutiert werden;  die Folgen von fehlender oder unzuverlässiger Betreuung jedoch waren mit massiven Belastungen für alle Beteiligten verbunden.

Das ständige Hin und Her, die tägliche Ungewissheit, keine Planungssicherheit für berufstätige Eltern,  zornige Arbeitgeber, schlicht: Viel Frust und Enttäuschung, da gibt es gar nichts zu beschönigen und dass dann auch mal die Nerven blank liegen, ist menschlich und verständlich.

Wichtig war in dem ganzen Prozess eine schnelle und vor allem tragfähige Lösung. Als sich der private Träger an die Stadtverwaltung gewandt hat mit der Bitte, einen neuen Träger zu suchen, begann im Hintergrund die Suche nach einer Lösung – auch wenn dies vielleicht nicht immer so transparent für die Eltern war, aber die Verwaltung hat hier ihre Verantwortung wahrgenommen. Leider waren diese Gespräche zeitaufwendig, jeder Träger prüft natürlich erst einmal die Bedingungen und Möglichkeiten und zum Glück konnte mit der Seepferdchen Kita GmbH ein professioneller Träger gefunden werden, welcher im Scharnhauser Park bereits eine Einrichtung betreibt. Damit haben wir eine positive Zukunftsperspektive ab September.

Aber wir müssen hier sicher auch selbstkritisch sein und bekennen, dass bei der Zusammenarbeit

in den letzten Wochen Fehler gemacht wurden: Die Verwaltung und der zuständige Fachbereich hätte enger kooperieren müssen im Hinblick auf schnelle Alternativen zur Betreuung und vor allem den Eltern das Gefühl geben, dass ihre Sorgen ernst genommen werden und sie sich nicht im Stich gelassen fühlen. Die Kinderbetreuung wird von städtischen sowie privaten und kirchlichen Trägern in einem breiten Angebot abgedeckt, aber die letztliche Verantwortungshoheit liegt bei der Stadt. Dass ein privater Träger dermaßen Probleme hat und sich die Situation so zuspitzt, dass zeitweise keine Betreuung mehr möglich ist, ist nicht nur für die Eltern und Kinder ärgerlich, sondern auch für uns.

Wir müssen den Blick nun nach vorne lenken und wir möchten alle Beteiligten zu einem offenen und konstruktivem Miteinander auffordern. Bis der neue Träger Seepferdchen im September die Trägerschaft übernimmt, muss schnell und unkompliziert gehandelt werden, damit wieder ein Gefühl von Vertrauen aufgebaut wird. Die Eltern brauchen Klarheit und Verlässlichkeit. Hierzu fordern wir alle Beteiligten auf: Die Verantwortlichen vom Träger Denkmit, unseren verantwortlichen Fachbereich, die Eltern und Erzieherinnen. Und wir möchten auch sehr darum bitten, nicht schon von Beginn an ein Misstrauen aufzubauen, sondern dem neuen Träger eine Chance zu geben.

Daher: Trotz der heißen Phase im wahrsten Sinne des Wortes ist das Gebot Besonnenheit einerseits und schnelle Lösungen andererseits angesagt.

Der Übernahme der Trägerschaft stimmen wir zu.

Für die Fraktion: Corina Raisch


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